Tennessee Beats & Peaks
Tennessee liegt am oberen Ende des «Deep South», dem tiefen Süden der USA. Sowohl kulturell wie auch landschaftlich und allem voran natürlich musikalisch hat die Region eine spannende Mischung zu bieten. Und immer mit dabei: Ein charmantes Südstaatenflair und die offene und herzliche Gastfreundschaft der Einheimischen, kombiniert mit einer fantastischen Küche. In Nashville, dem Ausgangspunkt dieser Reise, treffen Sie auf die mitreissenden Klänge der Countrymusik und haben am Abend die Qual der Wahl, in welchem Lokal Sie der Live-Musik frönen möchten. Während in Memphis diverse Musikstile zusammenprallten, aus welchen sich unverwechselbare Genres und weltberühmte Stars hervortaten, machen Sie sich im Mississippi Delta auf die Suche nach den Ursprüngen des Blues. Die Wurzeln dieser Musik voller Gefühle wie Leid, Hoffnung oder Sehnsucht liegen auf den Baumwollfeldern und Plantagen entlang dem fruchtbaren, grossen Fluss und dem gleichnamigen Delta zwischen Mississippi- und Yazoo-River. In den erfolgreichen Aufnahmestudios in Muscle Shoals produzierten Musikgrössen wie die Rolling Stones oder Aretha Franklin zahlreiche ihrer Hits – nicht weniger bekannt ist die Stadt Lynchburg mit wohl dem bekanntesten Erzeugnis Tennessees: Whiskey. Diesen können Sie im Westen des Bundesstaates bei einem gemütlichen Abend am Lagerfeuer in ihrem Baumhaus geniessen. Die Nationalparkstadt Chattanooga sowie die Great Smoky Mountains, welche den natürlichen Kontrast zur Musik und der vielschichtigen Vergangenheit der Südstaaten bilden, halten unzählige Möglichkeiten für Outdoor-Erlebnisse bereit. Dichte Wälder, klare Bäche und nebelverhangene Täler warten darauf, entdeckt zu werden. Tauchen Sie in den tiefen Süden ein und erleben Sie eine perfekte Kombination aus Natur, Abenteuer, Musik, Kultur und Geschichte sowie herzlicher Südstaaten-Gastfreundschaft.
Willkommen in der «Music City», Hauptstadt von Tennessee! Nach Ihrer Ankunft in der Heimat von Country gibt es einige gute Gelegenheiten, dem Jetlag entgegenzuwirken. Unternehmen Sie einen ersten Spaziergang durch Downtown und besuchen Sie den Broadway, hier läuft täglich Live-Musik bis spät – ein perfekter Einstieg in die Rhythmen und Klänge der Südstaaten.
Historisch, wirtschaftlich und kulturell ist Nashville extrem eng mit der Musik verbunden und die Stadt lebt förmlich von Plattenlabels, Studios und Musikproduzierenden. Das Stadtviertel Music Row ist für seine vielen Verlage, Radiostationen und Aufnahmestudios bekannt – Musizierende aus dem ganzen Land kommen hierher, um Songs zu schreiben, aufzunehmen und Karriere zu machen. Zum Beispiel im RCA Studio B, dem Herzstück der Music Row und berüchtigt für seine perfekte Akustik und wichtige Rolle in der Entwicklung des «Nashville Sounds». Hier haben Stars wie Elvis Presley, Dolly Parton oder Chet Atkins unzählige Hits aufgenommen.
Besonders im Bereich Country gilt die Stadt als Mekka, dies nicht zuletzt dank der legendären «Grand Ole Opry», der am längsten, ununterbrochen übertragenen Radiosendung der USA. Wer zwischen Donnerstag und Samstag in Nashville verweilt, kann die Sendung, die mittlerweile seit über 100 Jahren gesendet wird, sogar live vor Ort mitverfolgen (Tickets auf Anfrage).
Einen guten Überblick lässt sich in der Country Music Hall of Fame verschaffen, das Museum widmet sich neben Country auch diversen anderen Musikrichtungen sowie der musikalischen Entwicklung der Stadt selbst. Ein allumfassendes Erlebnis bietet das National Museum of African American Music, welches die Wurzeln von fast allen amerikanischen Musikrichtungen (Blues, Gospel, Soul, R&B, Jazz, Funk, House, Techno, Hip-Hop, Rock, Country…) in einer sehr interaktiven Weise beleuchtet und klarmacht, dass es ohne afroamerikanische Musik heute auch keinen Nashville Sound, keinen Rock’n’Roll und keinen modernen Pop geben würde. Mischen Sie ihren eigenen Popsong ab, versuchen Sie sich beim Karaoke, Tanzen oder Rapsongs «spitten» oder lauschen Sie einfach den vielfältigen Klängen aus Jahrzehnten voller Musikgeschichte an einer der zahlreichen Hörstationen. Am Abend lassen sich die beiden Museen auch ideal mit einem Besuch des lebendigen Broadways voller Honkey Tonks mit Live-Musik oder dem legendären Ryman Auditorium mit über 200 Konzerten im Jahr kombinieren.
Auf in die nächste Musik-Metropole! Vorbei an sanften Hügeln und Wäldern, ländlichen, ruhigen Dörfern und Farmen und später durch fruchtbare Flusstäler und Sumpfgebiete reisen Sie ganz in den Westen des Staates Tennessee. Bei der Einfahrt nach Memphis werden Sie sich vielleicht verdutzt die Augen reiben, aber keine Angst, Sie haben sich nicht verfahren und sind aus Versehen in Ägypten gelandet: Die knapp 100 Meter hohe Pyramide war einst ein Basketballstadion und beherbergt heute ein Hotel, ein Aquarium und eine Aussichtsplattform sowie einen Bass Pro Shop Megastore, einem Geschäft für Outdoor-, Jagd/Angel- und Campingausrüstung.
Die Stadt wurde aber effektiv nach dem Ort «Memphis» in Ägypten benannt, dies aufgrund der ähnlichen Lage an einem grossen Fluss – hier der Ole Man River, der Mississippi. Memphis ist der Knotenpunkt oberhalb des Mississippi Deltas und dadurch auch tief in die Geschichte dieser Region verwoben. Und gleichzeitig eine Art «Stadt der Könige» - angefangen beim wohl bekanntesten von allen, dem «King of Rock’n’Roll», Elvis Presley. Sein Anwesen «Graceland» liegt etwa 15 Minuten ausserhalb der Innenstadt auf einem riesigen Areal. Neben seinem ehemaligen Zuhause inklusive Pferdestall, mehreren Wohnzimmern oder dem Jungle Room, können auf der Tour auch eine grosse Auswahl an – oft in knalligen Farben lackierten – Oldtimern, seine Flugzeuge oder diverse Souvenirshops besucht werden. Wer sich gar nichts entgehen lassen möchte, übernachtet gleich nebenan im hauseigenen Hotel – mit «EP»-Initialen verzierte Beleuchtungen, einem Kinosaal mit Elvis-Filmen und seinem Leibgericht, dem Banana Peanutbutter Sandwich, lässt die Unterkunft jedes Fan-Herz höherschlagen.
Wer lieber zentraler in der Innenstadt übernachtet, findet dort eine Menge Auswahl an erstklassigen Lokalen für ein Abendessen. Wer es klassisch mag, sollte unbedingt Memphis BBQ ausprobieren – bekannt für langsames Räuchern von Schweinefleisch und einer herrlichen Balance aus Rauch, Süsse und Würze. Die bekannteste Kette der Stadt ist «Central BBQ» mit seinen geräucherten Rippchen und Pulled Pork. Gleichzeitig hat Memphis mit 5 Michelin Guide-empfohlenen Restaurants auch Angebote für Fine Dining-Fans und anspruchsvollere Gaumen.
Nach dem Frühstück lockt ein Spaziergang durch die überschaubare Innenstadt (Downtown) – und dabei in unmittelbarer Umgebung einer einzigartigen Attraktion: Dem Duck March im Peadbody Hotel. Seit mittlerweile über 80 Jahren werden die auf dem Dach wohnhaften Enten um 11:00 Uhr über einen roten Teppich in den Brunnen in der Hotellobby eskortiert. Dort verbringen und planschen die gefiederten Lieblinge den ganzen Tag, bevor es dann um 17:00 Uhr wieder zurück in ihren «Royal Duck Palace» auf dem Hoteldach geht. Ein grosses und beliebtes Spektakel, früh da sein lohnt sich!
Danach sollten Sie sich unbedingt Zeit nehmen für das National Civil Rights Museum. Einer Institution eng verbunden mit den Taten des zweiten Königs, welchem Sie in Memphis begegnen – Dr. Martin Luther King Jr. Er wurde hier auf einem Balkon vor dem Lorraine Motel im Jahre 1968 erschossen. King war einer der bedeutendsten Figuren in den emanzipatorischen Freiheitskämpfen der Schwarzen Bevölkerung nach dem Ende der Sklaverei und in der Zeit der Segregation (Rassentrennung). Das Civil Rights Museum in Memphis beleuchtet die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung am umfassendsten und gilt daher als führendes Zentrum und wichtigstes Museum zu diesem vielschichtigen und bedrückenden Thema. Es deckt die gesamte Geschichte inklusive der Sklaverei, der darauffolgenden Jim Crow Ära, Ereignissen wie den Montgomery Bus Boycott und Rosa Parks oder den Black Panthers sowie den bis heute immer noch existierenden rassistischen und diskriminierenden Strukturen ab. Das Museum bedrückt und ist belastend, die meisten Menschen verlassen den Ort mit einem dicken Kloss im Hals. Dennoch sind die ausführlichen Ausstellungen extrem aussagekräftig, lehrreich und inspirierend. Bei einer Reise in die Südstaaten, einer kulturell und geschichtlich derart vielschichtigen und wegweisenden Region, sollte ein Besuch dieses Museums weit oben auf Ihrer Liste stehen.
Am Abend bieten sich auf der Beale Street zahlreiche Gelegenheiten für Live-Musik. Unter anderem im B.B. King’s Blues Club – womit Sie dem dritten König der Stadt die Ehre erweisen. Der legendäre Blues Musiker, das «B.B.» kommt übrigens von «Blues Boy», hat die Wurzeln des Memphis Blues stark geprägt und das Lokal bietet täglich Live-Bands, Südstaaten-BBQ und eine lockere, lebendige Atmosphäre für Fans und Touristen gleichermassen.
Bevor Sie dem Mississippi entlang ins Delta reisen, lohnt sich noch ein Abstecher zu Stax Records. Aus dem Blues und weiteren, in Memphis zusammenprallenden, Musikrichtungen wie Jazz und Gospel, entwickelte sich in den 1950er und -60er Jahren ein neuer Sound: Soul. Ein kraftvoller und roher Stil mit ausdrucksstarkem Gesang, emotionaler Intensität und starker Rhythmik. Stax Records wurde zu einem zentralen Knotenpunkt, weil das Label den unverwechselbaren, „ehrlichen“ Memphis-Soul-Sound schuf, der sich vom polierten Motown-Stil aus Detroit unterschied. Heute wurde Stax wiederaufgebaut und unterhält neben einem interaktiven Museum und wechselnden Sonderausstellungen auch eine Musikakademie und Bildungseinrichtung.
Das Mississippi-Delta beginnt bekanntermassen in der Lobby des Peabody Hotels in Memphis und endet dort, wo der Yazoo River in Vicksburg in den Mississippi mündet. Die spannendste Art, durch das Delta zu reisen, ist auf dem legendären Highway 61. Der Blues Highway führt durch die Delta-Städte Clarksdale, Cleveland, Greenwood, Indianola und Greenville bis runter nach Vicksburg. Sowohl Clarksdale, wie auch Greenwood oder Greenville eignen sich alle sehr gut als Ausgangspunkt für die Erkundungen in der Region am nächsten Tag. Zum Beispiel Clarksdale – der «Ground Zero» des Delta Blues, Geburtsort und Heimat von verschiedensten Ikonen des Blues und spätere Pioniere von Soul, R&B oder Rock’n’Roll wie Sam Cooke, Ike Turner oder Muddy Waters. Hier, wo an der Kreuzung zwischen den Highways 61 und 49 der legendäre Blues-Musiker Robert Johnson angeblich seine Seele dem Teufel verkauft haben soll, gibt es 7 Tage die Woche Live-Musik. Oder in Greenwood, einer Delta Town mitten in Baumwollfeldern, wo das Authentische und Ursprüngliche der Region zum Beispiel bei einer Übernachtung in alten Pächterhütten (Sharecropper Shacks) erlebt werden kann.
Blues kann man überall hören, aber im Delta kann man ihn mit seinem ganzen Wesen erleben. Die Klänge, entwickelt aus Arbeitsliedern der versklavten Bevölkerung, Spirituals, Call-and-Response Prinzipen aus Westafrika und einer unglaublich starken, emotionalen Ausdruckskraft waren vom harten Leben der Arbeitenden auf den Baumwollfeldern geprägt. Typisch sind einfache Akkordstrukturen, Slide-Gitarre und sehr persönliche, oft melancholische Texte. In einer Welt mit Rassentrennung, war es für Schwarze Musizierende schwierig, sich in der breiten Bevölkerung zu etablieren. Für viele frühe Bluesmusiker waren deshalb «Frolicking Houses», wie das «Dockery Farms» in Cleveland, wichtige Auftrittsorte, an denen sie ihren Stil entwickelten und bekannt wurden. Dort trafen sich Menschen aus der afroamerikanischen Community zum Tanzen, Trinken und Musikhören, oft mit Live-Bluesmusik und somit wichtige soziale Treffpunkte. Bluesmusiker wie Charley Patton, Howlin’ Wolf, Robert Johnson, Son House, Roebuck „Pops” Staples und David „Honeyboy” Edwards verbrachten alle Zeit in Dockery.
«Blues Boy from Beale Street» - mit einem kurzerhand entworfenen Namen, als er in den 1940er Jahren begann, seine Musik im Radio zu spielen, kam B.B. - «Blues Boy» - King zu seinem Pseudonym und wurde damit weltberühmt. Er wuchs in Mississippi auf, zog später nach Memphis und wurde dort zu einer zentralen Figur des elektrischen Blues. Seine Gitarre „Lucille“ und Hits wie „The Thrill Is Gone“ machten ihn weltberühmt. In Indianola wartet das B.B. King Museum and Delta Interpretive Center auf einen Besuch. Wer sich ausführlicher mit der Geschichte der Delta-Musik beschäftigen möchte, fährt noch etwas weiter bis Greenville – ins Highway 61 Blues Museum.
Wer es weniger auf die Musik abgesehen hat, findet im Delta auch in der Natur verschiedene Optionen. Zum Beispiel eine Kanufahrt auf dem Mississippi; in Clarksdale oder Vicksburg gibt es geführte Touren auf dem riesigen Fluss. Oder einfach einen Spaziergang entlang dem majestätischen Fluss, wessen Umland auch viele wichtige Rastplätze für Zugvögel beherbergt. Die Landschaft ist hier nicht spektakulär aufgrund von hohen Bergen oder wilden Küsten – die Mischung aus Feldern, Flussarmen und Sümpfen in Kombination mit einer ruhigen Weite, Unberührtheit und der durchdringenden und schwermütigen Geschichte dieses Ortes in der Luft machen den unvergleichlichen Reiz aus. Besonders schön sind Sonnenuntergänge auf den Deichen mit Blick auf die endlosen Flusslandschaften. Egal wo es Sie hintreibt, das Mississippi Delta ist ein Ort, den Sie nicht so schnell vergessen werden.
Heute steht eine etwas längere Etappe auf dem Programm, raus aus dem Mississippi Delta in Richtung Osten und zu einer ebenso legendären, aber auch etwas unbekannteren Perle der Musikgeschichte; Muscle Shoals. Die Strecke lässt sich dabei in Tupelo ideal unterbrechen, um frische Luft zu schnappen und sich die Beine zu vertreten. Hier wurde nämlich Elvis geboren, im Elvis Presley Birthplace Museum bietet sich ein Einblick in die Wurzeln des Rock’n’Roll.
Muscle Shoals in Alabama ist bekannt für seine einzigartige und sehr erfolgreiche Mischung aus verschiedenen Genres, typisch sind dabei groovige Rhythmusgruppen, warme, „erdige“ Basslinien, Horn-Arrangements und ein emotionaler, eingängiger Klang. In den FAME Studios wurden Musikschaffende nicht strikt nach Genre getrennt, sondern experimentierten mit Soul, R&B, Rock und Country, was zu einem einzigartigen Stil führte. Gleichzeitig war die Region unter anderem durch hohe Arbeitsmigration aufgrund grosser Infrastrukturprojekte ein sozialer Schmelztiegel und brachte Menschen mit Musikkenntnissen aus verschiedensten Orten und Genres zusammen. Diese Mischung aus lokaler Tradition, verschiedenen Musikstilen und sozialer Vielfalt machte Muscle Shoals zu einem zentralen Treffpunkt für internationale Kunstschaffende wie Aretha Franklin, Wilson Pickett oder The Rolling Stones und prägte den warmen, vielseitigen Sound, der bis heute legendär ist. Lokale Talente – wie die Rhythmusgruppe der Muscle Shoals Rhythm Section („The Swampers“) wuchsen in der Region auf und hatten Wurzeln in Blues, Gospel und Country, wodurch sie einen vielseitigen, authentischen Sound liefern konnten.
Von Muscle Shoals, was übrigens synonym für die ganze Ansammlung an Städtchen (Florence, Sheffield, Tuscumbia und Muscle Shoals) am Tennessee River steht, geht es zurück in den gleichnamigen Bundesstaat. Auf dem Weg ins malerische Chattanooga bietet sich ein Halt in Lynchburg an. Heimat eines der wohl bekanntesten Exportgüter Tennessees – Jack Daniels Whiskey. Kleine Shops, Cafés und die typisch sü dstaatliche Kleinstadt-Atmosphäre bieten sich ideal für einen Bummel oder einen Rast an. Die berühmte Destillerie bietet Führungen mit Einblick in die Produktion, Lagerung und Geschichte des weltbekannten Tennessee Whiskey an. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, an einem Tasting teilzunehmen und die verschiedenen Sorten zu verkosten. Für dieses Erlebnis raten wir jedoch eher, ab einer geführten Tour ab Nashville (siehe Tag 13) teilzunehmen – nach Lynchburg warten nämlich noch rund 1½ Stunden Fahrt bis Chattanooga.
Während zu Beginn dieser Etappe noch flache, weite Felder und agrarisch geprägte Landschaften dominieren, beginnt das Terrain um Lynchburg leicht zu hügeln. Kurz vor Chattanooga werden die Hügel deutlich steiler, Flüsse schlängeln sich durch enge Täler, und die Landschaft wird waldreicher; die dramatischen Ausblicke auf Berge wie Lookout Mountain kündigen die Vorberge der Appalachen an. Chattanooga liegt malerisch am Tennessee River und ist bekannt für ihre beeindruckende Naturkulisse und Outdoor-Aktivitäten. Besonders beliebt ist der Lookout Mountain mit Attraktionen wie Rock City und Ruby Falls sowie spektakulären Ausblicken über mehrere Bundesstaaten. Die revitalisierte Riverfront lädt zum Spazieren, Radfahren und Kajakfahren ein, während das Tennessee Aquarium zu den bekanntesten Aquarien der USA zählt.
Chattanooga ist ein Ort, an dem Sie Ihre Tage zwischen Wanderungen auf Berggipfeln und Konzerten am Flussufer verbringen können, ohne jemals die Stadt verlassen zu müssen. Kürzlich zur ersten offiziellen «National Park City» Nordamerikas ernannt, spricht das vielseitige Reiseziel sowohl Naturliebhabende wie auch Städte-Fans an. Chattanooga liegt inmitten der Appalachen Ausläufer und bietet auf dem Tennessee River sowie den umliegenden Wildbächen tolle Möglichkeiten für Wassersport. Mit einer der steilsten Standseilbahnen der Welt kommen Sie auf den Lookout Mountain, von wo aus sich spektakuläre Aussichten über Chattanooga und den Tennessee River ergeben. Mit den Ruby Falls, einer unterirdischen Wasserfallhöhle, oder den Rock City Gardens, einem einzigartigen Naturpark mit botanischem Garten, lohnt sich ein Ausflug zum Lookout Mountain gleich dreifach. Bestaunen Sie Rock City Gardens bei einer Wanderung über enge Pfade und Brücken vorbei an bizarren Granitfelsen und Schluchten. Berühmt ist der „Lover’s Leap“, ein Aussichtspunkt mit einem atemberaubenden Blick auf sieben Bundesstaaten – an klaren Tagen kann man Kentucky, Tennessee, Virginia, North Carolina, South Carolina, Georgia und Alabama sehen. Chattanooga ist überschaubar, hat aber gleichzeitig eine lebendige Kulturszene, Festivals und Outdoor-Aktivitäten. Die Kombination aus Natur, Abenteuer und urbanem Komfort macht die Stadt einzigartig.
Die heutige Strecke ist nicht sehr weit, umso mehr haben Sie also die Gelegenheit für Fotos anzuhalten oder Stopps für Zeit in der Natur zu verbringen, einzulegen. Zum Beispiel im Fort Loudon State Park mit einem schönen See und leicht zugänglichen Wanderwegen. Vom Fusse der Appalachen geht es über kleine Ortschaften und sanfte Hügelketten in die bergigere Region der Smoky Mountains. Das kulturelle Zentrum der Region mit dem Market Square, der University of Tennessee und historischer Altstadt liegt in Knoxville und bietet sich für einen Stadt- oder Einkaufsbummel unterwegs an.
Für die nächsten zwei Nächte wartet dann ein absolutes Highlight auf Ihrer Reise – ein Baumhaus! In Sevierville, am Eingang zum Great Smoky Mountains Nationalpark, übernachten Sie in einem grosszügig eingerichteten, zweistöckigen «Treefort». Die diversen kleinen Spielereien und interaktiven Elemente wie Flaschenzüge, Rutschen oder Schaukeln bieten ein besonderes Erlebnis für Gross und Klein. Auf der Terrasse wartet ein Grill inkl. Ausrüstung darauf, benutzt zu werden – und am Abend können Sie es sich an einer der Feuerstellen kuschelig machen. Umgeben von Holzwänden und Bäumen können Sie der Natur fast nicht näher sein, ohne auf den Komfort eines bequemen Bettes und trockenen vier Wänden verzichten zu müssen.
Besonders am Morgen, wenn die namensgebenden «smoky» Nebelschwaden in den bewaldeten Bergketten entstehen und ganze Täler mystisch wirken lassen, ist die Stimmung besonders magisch und einzigartig. Der Nationalpark, der sich über die Grenze zwischen Tennessee und North Carolina erstreckt, ist einer der meistbesuchtesten der ganzen USA. Auf einer Fäche so gross wie der Kanton St. Gallen umfasst er dichte Wälder, rauschende Flüsse, Wasserfälle und eine reiche Tierwelt mit Schwarzbären, Weisswedelhirschen und kleineren Säugetieren sowie über 200 Vogelarten. Hunderte Kilometer Wanderwege wie der Klassiker zum Clingman’s Dome, dem höchsten Punkt des Parks, oder kürzere Trails zu den Laurel oder Grotto Falls sowie verschiedene Bike-Trails warten darauf, entdeckt zu werden. Geniessen Sie die frische Bergluft bei einem Picknick an Seen oder Bächen und halten Sie Ausschau nach der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Übrigens sowohl im Frühling, wenn die Wildblumen blühen, wie auch im Herbst, wenn die Laubverfärbung einsetzt, ein herrliches Schauspiel. Wenn am Abend die Sonne hinter den Gipfeln verschwindet, geniessen Sie ihre zweite Nacht im wohligen Bamhaus.
Falls es Ihnen nichts ausmacht, heute Abend etwas später in Nashville einzutreffen (Sie haben zum Abscluss danach nochmal einen vollen Tag in der Music City), geniessen Sie entweder nochmal die Natur in den Smokies – wer etwas mehr Spiel und Spass sucht ist dafür in «Dollywood» bestimmt gut aufgehoben. Dolly Parton ist eine der einflussreichsten Figuren der Country Musik und neben ihrem Charisma, Gesang und Songwriting ausserdem für ihr karitatives und philanthropisches Engagement bekannt. Der Freizeitpark ist somit einerseits ein Spiegelbild von Dollys Leben und ihrem Einsatz in den Smoky Mountains, anderseits aber genauso Unterhaltung und Action – mit Achterbahnen, Live-Shows und Musikdarbietungen.
Wer lieber schon weiterfährt und die Smokys verlässt, findet auf dem Weg nach Nashville im Tennessee River Valley eine weitere Gelegenheit, sich in der Natur aufzuhalten. Die Landschaft ist geprägt von Flusstälern und hält malerische Ausblicke und Fotomöglichkeiten parat. Viele Städte und Parks entlang des Tennessee River erzählen von Indigenen Kulturen und die Gegend ist besonders beliebt für Velotouren, kurze Wanderungen und Naturbeobachtungen, da es in der Region relativ ruhig ist. Am Watts Bar Lake bieten sich gute Möglichkeiten zum Angeln (Hecht, Bass und andere Süsswasserfische, ggf. Bewilligung nötig) oder Wassersport wie Bootfahren, Kayak oder ganz einfach zum Baden.
Für einen kurzen Halt zum Beine vertreten oder etwas zu Essen lohnt sich in jedem Fall Cookeville. Der Ort liegt etwa auf halber Strecke von Sevierville nach Nashville und lädt mit einer kleinen Innenstadt mit netten Cafés und Parks zum Verweilen ein.
Hot Chicken ist mit grosser Wahrscheinlichkeit das berühmteste Gericht Nashvilles; frittiertes Hühnchen, kräftig gewürzt mit Chilis und Cayennepfeffer und serviert auf Weissbrot und dazu Pickles (Essiggurken) als Beilage. Behalten Sie aber bei der Auswahl des Schärfegrades bitte Ihre Geschmacksknospen im Blick, bereits die unteren Stufen der Skala sind für schärfeempfindliche Mäuler ein Kampf! Weitaus süsser, dennoch mit einem kleinen Brennen im Hals, schmeckt der Tennessee Whiskey. Bekanntestes Exemplar ist natürlich Jack Daniel’s. Falls Sie auf Ihrer Reise durch Tennessee die Destillerie noch nicht besucht haben, bietet sich nun eine letzte Gelegenheit – Lynchburg ist nur ca. 90 Minuten von Nashville entfernt. Bei einem geführten Ausflug inkl. Besichtigung und Whiskey-Tasting in der Jack Daniel’s Distillery kommen Sie vollständig auf Ihre Kosten – und müssen sich keine Sorgen um Ihre Fahrtüchtigkeit machen (Details auf Anfrage).
Wer nochmals die Wurzeln und die Strahlkraft der Musik Nashville’s erleben möchte, hat nun für einen weiteren Tag die Gelegenheit dazu. Bei einer Tour im RCA Studio B oder im Ryman Auditorium, der legendären Konzerthalle und einstigen Heimat der «Grand Ole Opry», lernen Sie mehr über die Hintergründe und Geschichten der beiden Institutionen. Am Abend wartet wiederum der Broadway, verschiedene Rooftop-Bars oder je nach Stimmung auch etwas ruhigere Optionen. Für ein intimeres Musikerlebnis stehen zum Beispiel das Bluebird Cafe oder das Station Inn (unbedingt Plätze vorreservierren!), einen etwas eleganteren Abend mit einem guten Essen und feinen Drinks lässt sich im Viertel The Gulch verbringen. Geniessen Sie die letzten Stunden in Tennessee!
Für diejenigen, die genug von der Stadt haben empfehlen wir einen Ausflug in die Kleinstadt Franklin, ca. 30 Minuten ausserhalb von Nashville. Franklin hat eines der charmantesten historischen Innenstadtzentren der USA, mit Kopfsteinpflaster, Boutiquen und herzigen Cafés. Dazu eine entspannte und lockere Atmosphäre sowie eine eigene Musikszene mit Live-Bands, Country und Americana. Definitiv auch ein toller und authentischer Abschluss dieser Tennessee-Reise!
Heute endet ihre Entdeckungsreise durch Tennessee. Individuelle Heim- oder Weiterreise ab Nashville.
Preise
| Preis pro Person im Doppelzimmer ab | CHF | 1’690.– |
Hinweis
Die Preise variieren je nach Saison. Gerne machen wir Ihnen ein Angebot.
Reisedaten
01. April 2026 bis 31. März 2027
Im Preis inbegriffen
- 11 Hotelübernachtungen
- 2 Übernachtungen im Sanctuary Treehouse Resort (Sevierville)
- Deutschsprachiges Informationspaket
- Strassenkarte
Nicht im Preis inbegriffen
- Mietwagen
- Mahlzeiten
- Getränke
- Allfällige Resort- oder Destination-Fees
- Weitere optionale Ausflüge und Eintritte
- Nationalparkgebühren
- Trinkgelder
Hinweise
Gesamtdistanz: ca. 1900 km