Abenteuer Nordamerika | Teil 11

REISEBERICHT - Unsere Mitarbeiterin Nicole Schmidt bereiste mit dem Camper den Nordamerikanischen Kontinent von Juni bis September 2018 und hier schildert Sie ihre Erlebnisse aus dem Denali Nationalpark in Alaska.

 

Denali Nationalpark, Alaska

Von Seward aus machten wir uns auf den Weg in den Denali Nationalpark, mit einem Zwischenstopp in Talkeetna. Dort wollten wir eigentlich einen Rundflug zum Mt. Denali mit Gletscherlandung machen, doch aufgrund der Wetterverhältnisse mussten wir diesen auslassen. Wir erkundeten ein wenig das süsse Städtchen Talkeetna, wo es einige Souvenirshops sowie verschiedene Outdoor Activity Shops gibt. Wir hätten noch fast eine Zipline Tour gemacht, doch auch dafür war das Wetter nicht ideal. Wir genossen noch ein herrliches Mittagessen und machten uns auf den Weg zum Denali Nationalpark, wo wir die nächsten drei Tage verbringen werden.

Der Highway zum Nationalpark hat so einige schöne Aussichtspunkte zu bieten wo man die Alaska Range sehen könnte. Trotz schlechtem Wetter hat das ganze etwas magisches, mit dem Nieselregen und den nebeldurchzogenen Bergen.
 

  
 

Die Campingplätze beim Park waren schon fast ausgebucht, wir konnten noch drei Nächte buchen, doch eine Nacht dazwischen war leider nichts mehr frei. Für diese Nacht entschieden wir uns, etwas ausserhalb in der Tonglen Lake Lodge zu übernachten. Eine Lodge mit eigenem Café und einer Kunstgalerie plus mehreren Cabins am See gelegen. Perfekt, um von dort aus den Denali Nationalpark mit Tagesausflügen zu erkunden und am Abend die Ruhe zu geniessen.
 

 

Der Mt. Denali ist der wohl bekannteste Berg in der Alaska Range und der grösste Berg in Nordamerika. Aufgrund der Lage - viele Berge und Gletscher - gehören wir zu den 70%, die ihn leider nicht gesehen haben während unserem Aufenthalt. Aufgrund des Wetters entschieden wir uns also, zwei Wanderungen in der Nähe des Visitor Centers zu machen. Die eine zu einem wunderschön gelegenen See, wo es einen grossen Biberdamm gibt und auch immer mal wieder Elche zu beobachten sind. Die zweite Wanderung führte uns zum Mount Healy mit atemberaubender Aussicht.



 

Von weitem hörten wir noch das Bellen der Schlittenhunde des Nationalparkes. Dies ist der einzige Nationalpark mit Schlittenhunden, wieso gerade Schlittenhunde? Bei unserer Tour um 14:00 Uhr wurde uns das erklärt. Wir konnten mit ein paar Alaskan Huskys kuscheln und ihnen zusehen, wie sie ein Gefährt hinter sich herzogen. Wie aufgeregt die Hunde waren bevor es los ging! Wusstet ihr das die Hunde beim Laufen und ziehen des Schlittens eine Herzfrequenz von 50 Schläge pro Minute haben? Unglaublich!

Im Denali Nationalpark ist es verboten, abseits der einzigen Strasse, welche 93 Meilen in den Park hineinführt, motorisiert unterwegs zu sein, zudem es ohne Strassen doch eher schwierig ist. Auch ATV‘s, Schneemobile und Motorräder sind verboten. Die Ranger müssen aber auch im Winter den Park im Auge behalten und ihrer Arbeit nachgehen. Dazu nutzen sie eben die Hundeschlitten, ein sehr traditionelles Fortbewegungsmittel im Denali Nationalpark, auch schon vor der Gründung des Parkes.    

Als nächstes haben wir eine Bustour gebucht, welche bis zum Ende der Parkstrasse fährt. Um 6 Uhr morgens wurden wir erwartet und fuhren in den Nationalpark. Es gibt, wie schon beschrieben, eine einzige Strasse hinein und hinaus. Die Strasse hat eine Länge von 93 Meilen und nur die ersten 15 Meilen sind mit dem privaten Fahrzeug befahrbar, der Rest nur mit Parkbussen.

Unsere Mitfahrer sind ausgezeichnete Entdecker von Tieren. Von Karibus über Elche bis hin zu Grizzlybären haben wir alles gesehen. Ein paar Vögel und Bergschafe konnten wir ebenso beobachten. Zudem hatten wir eine ausgezeichnete Busfahrerin, welche uns immer wieder etwas über die Region und Tiere erzählte.
 

 
 

Unsere Sitznachbarn aus den Staaten hatten auch einiges zu erzählen und wir freundeten uns an. Gegen Mitte der Fahrt und nach 4 wunderschönen Pässen kommen wir bei der Backcountry Lodge an, in welcher wir unser Mittagessen genossen haben. Die Lodge liegt am Ende dieser 93 Meilen Strasse und hat alles was man sich nur wünscht. Wir lassen die Strecke Revue passieren und waren alle der Meinung, dass egal was für Wetter es ist, sich eine Fahrt in den Denali Nationalpark aufjedenfall lohnt. Nach dem Essen wurden uns noch zwei Ausflüge angeboten bevor wir wieder in den Bus stiegen für die Rückfahrt.


Für uns war die Rückfahrt auf derselben Strasse quasi wieder eine neue Entdeckung, denn nun sind Berge, Täler und Flüsse sichtbar von welchen wir auf dem Weg hinein nicht viel gesehen haben. Atemberaubend und wild. Kurz vor unserem ersten Stopp auf dem Rückweg entdeckten wir eine Bärenmutter mit zwei Kleinen. Der Anblick war atemberaubend.
 

 
 

Um 8 Uhr abends finden wir uns wieder beim Start der Tour und fahren zu unserem Campingplatz wo wir noch etwas kleines Essen, den Tag revue passieren lassen und völlig erschöpft einschlafen. Wir hatten zwar nicht viel Sonnenschein in diesen Tagen, doch bei schlechterem Wetter sieht man meistens mehr Tiere, somit war das auch unser Glück!

Jetzt aber wo unser Weg weiter führt entdeckten wir blauen Himmel! Wir nehmen uns doch noch die Zeit, fahren die 15 Meilen in den Park und genossen die Aussicht. Der Gedanke, noch einen Bus zu nehmen um den Mt. Denali vielleicht doch zu sehen war sehr verlockend, doch unser Weg führte uns weiter über den Denali Highway, einer alten Schotterstrasse, in Richtung Osten.
 



Jede Meile ist umgeben von wunderschönen Bergen in einer links und rechts nicht enden wollenden Alaska Range Bergkette. Statt den erlaubten 50 Meilen pro Stunde schleifen wir mit knappen 25 Meilen durch die Gegend. Es ist majestätisch, wild und wunderschön. Aufgrund der startenden Jagdsaison in diesem Gebiet finden wir überall campende und sich vorbereitende Jäger, auch der Verkehr hat etwas zugenommen. Doch nicht nur wir bestaunen die Landschaft, auch die Jäger und weitere Touristen schleichen durch die Gegend, halten regelmässig für Fotos und lassen die Region auf sich wirken. Der zweite Teil der Strecke enthält nicht nur spiegelnde Seen und Berge, sondern auch eine etwas hügelige Landschaft die etwas an Alberta erinnert. Aber zweifelsfrei war auch diese wieder atemberaubend und das schöne Wetter hält weiter an.

  
 

Unzählige Fotos und Videos später befinden wir uns wieder auf dem Richardson Highway in Richtung Delta Junction. Aus dem Staunen und Geniessen kommen wir kaum heraus, auch hier fahren wir durch Täler und geniessen den Anblick unzähliger Berge, und keiner ist wie der Vorige, mal grün, mal weiss, mal rot, etliche Farben und Formen, mit Schneespitzen, mit Flüssen... das muss man erlebt haben!