Abenteuer Nordamerika | Teil 2

REISEBERICHT - Unsere Mitarbeiterin Nicole Schmidt bereist den Nordamerikanischen Kontinent von Juni bis September 2018 und ist momentan in Westkanada unterwegs...
 
 
Die Reise führt als erstes nach Vancouver Island, besonders bekannt für Wal- und Bärenbeobachtungen.

Teil 2: Vancouver Island, Westkanada

 


Ab gehts ins nächste Abenteuer! Die nächsten Tage verbrachten wir auf Vancouver Island, Westkanada. Das erste Highlight war die Grizzly Tour in Telegraph Cove. Frühmorgens fuhr unser kleines Boot mit 12 Personen und zwei Guides Richtung Knight Inlet. Kurz danach konnten wir schon die ersten Weisskopfseeadler beim Fischen beobachten. Während der Fahrt erzählten uns die Guides viel Wissenswertes über die Natur und Tiere der Region. Zum Beispiel wachsen die Bäume in Wassernähe schneller als im Landesinneren. Es werden kleinere Stellen abgeholzt. Bis die Stellen wieder aufgeforstet sind, dauert es bis zu 80 Jahren, im Landesinneren bei trockenerem Klima 100 Jahre und mehr.
 


Plötzlich stoppte das Boot wieder. Es wurde ein Buckelwal gesichtet. Alle schauten wir gespannt aus den Fenstern und plötzlich konnte man das Ausstossen von Wasser sehen. Wir beobachteten diesen noch eine Weile beim Auf- und wieder Abtauchen bevor es weiterging. Nicht lange und uns begleiteten bei leichtem Wellengang einige Delfine!
 


Kurz vor dem Knight Inlet sichteten wir bereits die ersten Bären, eine Bärenmutter mit zwei Jungtieren. Diese vom Boot aus zu beobachten, wie sie am Ufer entlang tollten, war einmalig! Alle hielten die Augen offen als wir am Ufer entlang fuhren und es dauerte nicht lange bis wir auf den nächsten Bären gestossen sind, der gut getarnt auf der Suche nach Muscheln unter dem Seegras war.
 


Im Knight Inlet sind wir auf ein kleineres Boot umgestiegen, mit dem man näher am Ufer entlang fahren kann und welches einen sehr leisen Motor hat. Damit kann man ohne Probleme das Ufer abfahren und weiter Bären beobachten. Es hat die ganze Zeit geregnet, zum Glück für uns, denn bei Regen sind die Bären aktiver unterwegs als bei Sonnenschein, da liegen sie faul an einem Platz und relaxen. Plötzlich herrschte grosse Aufregung! Es wurde ein Wolf gesichtet, welcher am Ufer entlang in Richtung Grizzlies trottete. Einen Wolf zu sehen, damit hatten wir jetzt ganz und gar nicht gerechnet.
 


Auf der Rückfahrt haben wir nochmals die Bärin mit den Jungtieren gesichtet, sowie ein Adlernest mit Jungvögeln. Wow, ein tolles Erlebnis, ein aufregender Tag. Telegraph Cove ist in jedem Fall einen Besuch wert. Der Ort liegt mit seinen Häusern auf Stelzen sehr idyllisch in einer Bucht.
 


Ucluelet war unser nächster Halt auf Vancouver Island, gleich neben dem Pacific Rim Nationalpark gelegen. Voller Elan erkundeten wir das Städtchen, reservierten uns zwei Plätze auf einer Walbeobachtungstour für den nächsten Tag und spazierten zum Leuchtturm.
 


Voller Vorfreude auf die Walbeobachtungstour fuhren wir am nächsten Tag nach einem reichhaltigen Frühstück los in Richtung Tofino. Wir machten noch einige Stopps und eine kurze Wanderung im Pacific Rim Nationalpark.
 


Regenwald an der Küste einer Insel ist etwas Einmaliges: das satte Grün, die hohen Bäume, das Moos überall und im Hintergrund das Meeresrauschen erweckt ein Gefühl der Freiheit.

Angekommen in Tofino machten wir uns gleich auf den Weg zum Schiff. Leider wurde uns dann mitgeteilt, dass die Tour wegen einem Bootsschaden abgesagt wurde. Wir versuchten dann eine andere Tour in Tofino zu finden, welche für den Nachmittag noch einen freien Platz hat. Daraus wurde leider nichts, da die Touren, welche am Mittag starteten, alle ausgebucht waren und bis am Abend wollten wir nicht warten. Also sollte es wohl einfach nicht sein. Wir schlenderten noch etwas durch Tofino und überlegten uns, was wir mit dem angefangenen Tag noch machen wollten. Die Motivation war gleich dem Wetter, bewölkt und regnerisch. Umgeben von Souvenirshops, Bären- und Walbeobachtungsbüros, sowie einigen Surfshops kam uns plötzlich die Idee, wieso nicht einfach ein paar Surfstunden nehmen? Voller Begeisterung von der Idee machten wir uns auf den Weg zurück nach Ucluelet, schnappten unsere Badesachen und stoppten im ersten Surfshop. 30 Minuten später standen wir mit Sam, unserem Surflehrer aus Schottland, am Strand und quetschten uns in unsere Neoprenanzüge. Sam erklärte uns Schritt für Schritt was zu beachten ist, plus einige Sicherheitshinweise. Nach einigen Trockenübungen am Strand ging es auch schon ab ins Wasser! Brr… ein bisschen kalt war es schon, dies war aber mit der ersten Welle auch schon vergessen! Die drei Stunden gingen vorbei wie im Flug, es hat super viel Spass gemacht! Sam meinte von Anfang an, dass wir an diesem Abend besonders gut schlafen würden, und so war es dann auch. Kaum zurück in Ucluelet genossen wir nach einem  Bier und einem Abendessen im Floathouse Restaurant eine warme Dusche und einen erholsamen Schlaf.
 


Leider müssen wir Ucluelet schon wieder verlassen, nächstes Mal bleiben wir sicher noch ein paar Tage länger! Nach dem Frühstück und einem kurzen Spaziergang am Strand geht es los in Richtung Victoria, Die Fahrt dauert ungefähr 4 ½ Stunden. Unser Ziel war es um die Mittagszeit in Victoria zu sein, dass wir noch was von Victoria sehen. Wir machten zwei Stopps auf der Strecke, einen um einen letzten kurzen Spaziergang im Regenwald zu machen, einen weiteren um Wasser und Snacks zu kaufen. Ca. 1 Stunde vor Victoria war auf dem Highway 1 plötzlich Stillstand auf der Strasse, wir standen eine knappe Stunde im Stau. Da es immer wieder etwas vorwärts ging, und uns Autos entgegen kamen, hatten wir die Hoffnung noch nicht aufgegeben doch noch durchzukommen. Unser Ziel war doch so nah… Doch dem war leider nicht so, die entgegenkommenden Autos informierten uns, dass die Strasse komplett blockiert ist für mindestens 6 Stunden wegen einem Unfall. Somit kehrten auch wir wieder um und erkundigten uns nach einem anderen Weg nach Victoria. Mit nochmals 3 Stunden Umweg über die Pacific Marine Road der Küste entlang erreichten wir dann endlich gegen Abend Victoria.
 


Für Victoria hätten wir gerne mehr Zeit gehabt, es gibt einiges zu sehen und zu entdecken in dieser Stadt. Mit der Fähre ging es am nächsten Tag nach Port Angeles, USA, weiter bis nach Seattle wo unsere Reise mit dem Mietwagen endet und wir mit grosser Freude unser Zuhause für die nächsten knapp 3 Monate entgegen nehmen werden.