Abenteuer Nordamerika | Teil 4

REISEBERICHT - Unsere Mitarbeiterin Nicole Schmidt bereist den Nordamerikanischen Kontinent von Juni bis September 2018 und ist momentan in den USA in der Umgebung des Yellowstone Nationalparks unterwegs...
 


Nach der Übernahme des Campers in Seattle und der Erkundung des Olympic Nationalparks, führt die Reise zum weltbekannten Yellowstone Nationalpark, USA.

 

Teil 4: Yellowstone Nationalpark, USA

Wir haben uns im Visitor Center beim Westeingang mit Karten und Infomaterial eingedeckt, den ersten Campingplatz für die ersten zwei Nächte im Park reserviert, getankt, erste Souvenirs gekauft und unsere Vorräte aufgestockt, bevor es am nächsten Tag auf Erkundungstour gehen sollte. Den halben Tag haben wir jedoch damit verbracht eine Garage zu finden, welche uns sagen konnte warum unsere Batterie vom Camper nicht mehr auflädt. Das war ein wenig mühsam,  da wir aber nicht genau wussten wie lange unsere Batterie ohne Strom halten würde, und es im Nationalpark nur einen Campingplatz mit Strom gab und dieser bereits ausgebucht war, mussten wir eine Lösung finden. Eine Garage hat dann den Fehler entdeckt, eine kaputte Sicherung. Wir haben noch gleich ein paar extra Sicherungen gekauft bevor wir uns wieder auf den Weg machten in den Park.
 


Der Yellowstone Nationalpark wurde als erster Nationalpark in Amerika gegründet und zwar 1872. Bis alles so organisiert war wie es heute ist, hat es viele Jahre gedauert. Die US Army hat viel dazu beigetragen, dass der Park heute so gut funktioniert. Sie haben um 1886 ein System eingeführt mit Regeln obwohl sie die Leute weder büssen noch ins Gefängnis stecken konnten, sondern nur an die Parkgrenzen stellen und hoffen konnten, dass diese etwas gelernt hatten. Erst später bekamen sie die Befugnis, Leute ins Gefängnis zu stecken oder diese zu büssen. Die Armee war zu dieser Zeit mit 60 Leuten im Park. 1918 übergab sie es wieder dem Staat mit 21 Soldaten welche im Yellowstone bleiben wollten und die Ranger ausbildeten. Heute hat der Yellowstone im Sommer 4,5 Mio Besucher und 700 Ranger. Im Winter arbeiten noch 350 Ranger im Park.
 


Die Zahl der Besucher schliesst schon daraufhin, dass es besser ist die Campingplätze oder Hotelzimmer vorzureservieren. Da das Wetter schlecht war, hatten wir Glück und konnten 5 Nächte im Park reservieren als wir dort ankamen, unsere Camping-Nachbarn meinten jedoch dies wäre viel Glück gewesen.

Wir haben für unsere Zeit im Yellowstone Park, welcher übrigens früher Wonderland Park hiess, unterteilt:

1,5 Tage im Geysir Gebiet
1 Tag im Seen Gebiet
1 Tag im Teton Nationalpark (gleich anschliessend zum Yellowstone im Süden)
1 Tag im Canyon Gebiet
1 Tag im Lamar Valley
1 Tag im Mammoth Gebiet
 


Im Geysir Gebiet haben wir uns den wohl bekanntesten Geysir im Park angesehen, den Old Faithful, dieser eruptiert ca. alle 90 Minuten. Um den ganzen Touristenströmen ein wenig aus dem Weg zu gehen haben wir uns für eine 3-stündige Wanderung entschieden. Klar haben wir auch die Hotpots wie den Grand Prismatic Spring oder den Fountain Paint Pot bei kurzen Wanderungen angesehen, diese muss man sich auch einfach ansehen!
 


Wenn man den Leuten ein wenig ausweichen möchte und keine Probleme mit Parkplätzen haben möchte, besucht man die Hauptattraktionen am besten früh morgens, oder am späteren Nachmittag. Wir haben uns einen ganzen Tag mit verschiedenen Rundwegen zu den unterschiedlichsten Geysiren, Hotsprings oder Mud Pots beschäftigt. Wir haben zwischendurch immer mal wieder einen Bison neben der
Strasse entdeckt oder ein Wapiti.
 


Im Seen Gebiet haben wir eine tolle Wanderung oberhalb des Yellowstone Lakes gemacht, wo wir eine tolle Aussicht hatten. Eine weitere Wanderung brachte uns zu einer Natural Bridge. Es gibt im ganzen Park, in jedem Gebiet für jeden Geschmack verschiedene Wanderungen. Im Visitor Center helfen dir auch die Ranger bei deiner Planung. Es gibt pro Tag auch immer mehrere Spaziergänge mit Rangern, auf welche man mitgehen kann, und diese zu verschiedenen Themen etwas erzählen. Auch am Abend auf den Campingplätzen gibt es jeweils ein Programm mit den Rangern.
 


Der Grand Teton Nationalpark, welcher gleich anschliessend zum Yellowstone Nationalpark im Süden liegt, wollten wir auch für einen Tag erkunden. Wir haben einen tollen Rundweg gemacht durch den Park mit einem Abstecher nach Jackson südlich vom Grand Teton Nationalpark.

Während der Rundfahrt wurden wir ständig von atemberaubenden Ausblicken auf die Berge der Teton Range begleitet. Auch hier gibt es unzählige schöne Wanderungen zu machen entlang von Seen und Flüssen, und mit etwas Glück ist auch Wildlife zu sehen. Die Stadt Jackson ist ähnlich wie West Yellowstone, eine Menge Souvenirshops, Kaffees, Restaurants und Touristen.
 


Nach einer kurzen Nacht im Grand Teton besuchten wir einen Wildlifespot, erhielten aber auch einen atemberaubenden Blick auf die Teton Range im Sonnenaufgang, Nebel lag noch über dem See und den Bergen. Nach dem Schauspiel führte uns der Weg zurück in den Yellowstone, genauer in das Canyon Gebiet im Nordosten des Parks. Bis jetzt gefielen uns hier die Wasserfälle am besten, dicht gefolgt von dem langen Canyon. Die Wasserfälle können über mehrere Viewpoints bestaunt werden, ein paar befinden sich nur ein paar Meter neben dem Parkplatz, andere nehmen doch ein paar Atemzüge in Anspruch, um die noch besseren Blicke zu erhaschen. Alleine die Fahrt zu unserem
nächsten Ziel, dem Lamar Valley nordöstlich des Parks, ist traumhaft.
 


Das Lamar Valley zeigt sich von der schönsten Seite. Sonnenschein, grüne Weiten durchzogen vom Lamar River, ein paar Brücken und eine grosse Menge an Bisons mit ihren Jungtieren, nahe der Strasse, oftmals auch auf der Strasse. Aufgrund des schönen Wetters, der gestern nicht vollen Campingplätze und einer Unklarheit bezüglich unserer Route verzichteten wir auf den Hinweis des Rangers uns so rasch wie möglich einen neuen Platz zu reservieren. Wir verbrachten eine Menge Zeit im Lamar Valley, beobachteten die Bisons, wanderten zum Trout Lake und bestaunten den spiegelnden See. Um 13:00 Uhr suchten wir dann doch die Campgrounds auf, und mussten einsehen, dass wir mehrere Stunden zu spät waren.
 


Am Rande des nördlichen Eingangs zum Yellowstone fanden wir dafür einen sehr günstigen und einfachen Campground, Eagle Creek, für 7 Dollar pro Nacht. Zurück im Lamar Valley bestaunten wir noch ein paar Stunden den Tagesablauf der Bisons, verliessen dann den Park um in Gardiner zu waschen und waren um ca. 21:00 Uhr zum Abendessen und schlafen auf dem Campground.


Der darauffolgende Tag präsentierte sich wiederum mit wunderbarem Wetter und wir besuchten noch den nördlichen Teil des Yellowstone Nationalparks, Mammoth Hot Springs, der Haupt- und Verwaltungsort des Parks. Zu sehen gibt es hier die Sinter-Terrassen und die heissen Quellen. Die Terrassen sind wirklich ein Muss. Sie zeigen sich in verschiedenen Farben und Formen und sind ein wirklich faszinierendes Naturphänomen. Nach ca. 1.5 Stunden Rundweg durch die Terrassen starteten wir nach einem Eiscreme den nächstgelegen 2 bis 3 Stunden Trail mit Aussichten auf die rundum liegenden Berge und Täler. Der Weg führte über Hügel und Wiesen, Wälder und Bergseen. Sogar etwas Wildlife konnten wir beobachten, ein Reh mit seinem Jungen spielend zwischen den Bäumen. Um 5 Uhr startete noch ein Rangerprogramm, welches sich auf die Geschichte des Yellowstone konzentrierte und an dem wir teilnahmen.
 


Am darauffolgenden Tag hatten wir wieder eine grosse Fahrstrecke vor uns. Wir fuhren nördlich fast bis zur Grenze nach Kanada, und am nächsten Tag dann bis nach Granum in Alberta, Kanada, auf eine Ranch wo wir Freunde besuchten. Wir haben uns ein schönes Wochenende auf der Ranch gemacht, waren Reiten, haben rund um die Ranch geholfen, konnten beim Cowboy Action Shooting mitmachen und haben uns an Kanada‘s 151. Geburtstag, dem 1. Juli, das Feuerwerk angesehen.
 


Wir haben uns auch auf unseren nächsten grossen Abschnitt unserer Reise vorbereitet.. Up North is where we go next!