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21.7.:
Start in Fairbanks
Nach einem Grillabend auf einer Holzveranda in Fairbanks ging
es heute Morgen los mit einem kräftigenden Morgenessen. Anschliessend
packten wir das Material, das für den Kanutrip benötigt wird,
fluggerecht zusammen. Am Check-in-Schalter staunten sie nicht
schlecht über die Menge Material, die wir ihnen vor die Füsse
stellten. Nach dem Check-in mussten wir uns noch etwas gedulden,
bis wir die zwei kleinen Propellerflugzeuge besteigen konnten,
die uns nach Bettles fliegen sollten. Der Flug war für alle ein
grosses Erlebnis - auch wenn es einigen ein wenig flau in der
Magengegend wurde, als die Flugzeuge unter einer Gewitterwolke
durchflogen.
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| Bettles
Lodge |
In
Bettles vergass man dann sehr schnell das üble Gefühl und staunte
über die Ortschaft, die aus einer grossen Schotterpiste und ein
paar Häusern besteht. Bettles, nur im Winter mit dem Auto erreichbar,
ist die letzte Ortschaft, bevor es in die noch weitere Wildnis
hinausgeht. Es schien, als fänden sich sämtliche Bewohner von
Bettles regelmässig in der einzigen Lodge ein, um ein wenig miteinander
zu reden. Es ist eindrücklich zu sehen, dass es Leute gibt, die
in einem so abgelegenen Ort leben. Den Nachmittag verbrachten
wir damit, Unmengen von Nahrungsmitteln sowie Kanus, Gummistiefel
und Regenblachen zusammenzupacken. Nach einem sonnigen und warmen
Tag konnten alle, die lange genug warteten, einen Mitternachtssonnenuntergang
erleben, bevor auch sie in die Zelte krochen. Matthias
22.7.
Tag des Aufbruchs an den Noatak.
Vor lauter Aufregung auf Lances Beaverflug schlüpften alle sehr
früh aus ihren Zelten und genossen den letzten Zmorge in der Kleinzivilisation
von Bettles. Hajot war auf dem ersten Flug samt wichtigstem Gepäck,
alle anderen lernten «bushtime»-Verhältnisse kennen. Das besteht
primär aus Warten. Nach den ersten beiden Stunden sprangen wir
jeweils freudig erwartungsvoll in die Mückenplage hinaus, sobald
wir auch nur den geringsten Ton eines Flugzeugs zu hören glaubten.
Doch siehe da, nach etwa drei Stunden Wartezeit wurden wir zum
Abmarsch aufgeboten, ehe wir ein Motorengeräusch hörten. Es lebe
die Technik und bravo den Organisatoren. Nur Dominique und Hanspeter
übten sich weiter im Warten und telefonierten letzte Nachrichten
von Hajot ans Para-Tours-Büro in Fairbanks (wo es übrigens regnete).
Der Flug mit Lance in die Brooks Range nahe der Arrigetch Peaks
vorbei war atemberaubend.
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Kaum
gelandet im Pingo Lake, war die erste Portage angesagt. Noch unsicher
wateten wir schwer bepackt zum Camp. Dort musste sich Hajot zuerst
stärken mit Lunch (er hat leider das Breakfast auslassen müssen),
bevor wir die Kanus zusammensetzten. Bald schon war es Zeit, die
letzten beiden beim Landeplatz abzuholen. Lance bot uns zum Abschied
noch eine kleine Gratisflugshow, die uns von den Beinen warf.
Als alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Trips im Camp waren,
wurde der Rest eingerichtet und aufgebaut (Wer weiss immer noch
nicht, was Briden sind?). Die Zeit verging wie im Flug, und alle
freuten sich auf das hervorragende erste Abendessen am Noatak.
Der Tag war anstrengend, so dass wir nach dem Aufrichten der Zelte
nur noch für einen Tee oder Kaffee genug Energie übrig hatten.
Kurze Hektik brachte noch ein sich anbahnender Regenguss, welcher
sich dann aber als harmlos erwies. Es reichte nur gerade für ein
paar Tropfen. Nun setzen wir diesem Tag ein Ende. Die einen werden
von Schneewittchen und ihren coolen Geschichten träumen, andere
von Brad Pitt oder sogar von zerbrochenen Ersatzbrillen. Und die
Letzten freuen sich auf die heute nicht mehr gerauchte Zigarre.
Doch eines hat die ganze Gruppe gemeinsam: Morgen geht es endlich
auf den Fluss und rein ins Abenteuer - wenn wir nicht vorher von
einem Bär geweckt werden. Daniela
23.7.
(Sonntag, wie wir am Abend herausfinden)
Erwartungsvolles Aufstehen an feucht-warmem Morgen. Ausgezeichnetes
Flugwetter für Mosquitos. Hajots Haferbrei kommt gut an, im übrigen
bedienen sich alle vom vielseitigen Angebot. Lager abbrechen,
Boote und Material zum Fluss tragen. Nach letzten Instruktionen
über das Beladen der Boote, Fahrweise, Sicherheit etc. stechen
wir in die Strömung. Endlich frei von Mücken! Gelegentliche Regentropfen
aus einem verhangenen Himmel - die höchsten Gipfel stecken in
den Wolken - stören uns nicht. Nach einigen Flusswindungen landen
wir auf einer Kiesbank. Hajot führt uns, ausgerüstet mit Angelruten,
zu einem nahen See, wo er «einen Hecht reserviert» habe.
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Noch
bevor Toni seine Rute bereit hat, zieht Matthias schon einen stattlichen
Hecht an Land. Wir befinden, dass er für vier Personen reichlich
sei und noch ein etwas kleinerer gebraucht werde für das Nachtessen.
Nach einigen erfolglosen Versuchen ist auch das geschafft. Hajot
zeigt uns das richtige Töten der Fische, Toni das Schuppen und
Ausnehmen. Beide Hechte haben einen kleinen Fisch im Magen! Und
weiter geht es mit den Kanus bis zum nächsten Lager, vorbei an
einem stattlichen Moschusochsen, der uns, am Rande einer Kiesbank
stehend, kaum beachtet. Zwischen Koch/Materialzelt und unseren
rund 100 Meter entfernt aufgestellten Schlafzelten finden wir
Bären- und Wolfspuren. Hecht und Reis munden herrlich. Tiere gesehen:
einen Moschusochsen, Hechte, Adler, Enten, Taucher, zwei Arten
von Möven, Seeschwalbe, Schwalben, zu viele Insekten. Ausserdem
hat es viele blühende Blumen. Toni
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