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  Tagebuch Indian Summer 2000
2. August - 4. August
 
         
         

2.8.
Zum Morgenessen gab es heute Bannock (eine Art Teigfladen). Nachdem wir wie immer alles abgebrochen und verladen hatten, ging es weiter in die Berge hinein. Die Berge und wir selber im Kanu, das ist schon etwas ganz Spezielles. Vor allem der Gegensatz aus der flachen Ebene in die Berge ist eindrücklich. Während des Paddelns holten sich Dominique und Hanspeter zweimal gefüllte Stiefel, weil sie ihr Kanu losreissen mussten, nachdem sie auf Grund aufgelaufen waren. Nun folgte Platsch.
Gegen Abend wurden alle recht müde, unsere Kräfte liessen nach, und man sah uns die Erschöpfung an den roten - und zum Teil auch heissen - Köpfen an. Schliesslich erreichten wir das Etappenziel aber doch noch. Hajot glaubte sich entschuldigen zu müssen, als er merkte, dass einige am Limit der Belastung liefen. Aber nach dem Nachtessen, das erneut ausgezeichnet war, ist die ganze Angelegenheit bereits Schnee von gestern. Zum Abendessen gab es einen multigemischten Salat, backed potatoes und Schinken vom Grill, dazu diverse Saucen, ein richtiges Festessen. Nach dem Essen wurden Bobolis und Wehwelis beseitigt. Mit Nadeln wurden Blattern geleert und Holzbalken aus den Fingern entfernt. Danach folgte die traditionelle Bisquitschlacht mit Tee und heisser Schokolade. Nun ist es bereits wieder 0.30 Uhr und wir machen uns für die Penntüte bereit. Das Schlafen fällt mir ein bisschen schwer, wenn es noch so hell ist. Dennoch geniessen wir alle, dass es kaum dunkel wird. Gute Nacht. Matthias

 

3.8.
Rückenwind sei Dank! Heute war uns der Wind wohlgesinnt und blies uns die Haare ins Gesicht - dies ersparte uns viele Minuten Paddeln. Zudem floateten wir immer dem schlechten Wetter davon. Bereits um 5 Uhr erreichten wir den Lagerplatz vor dem Grand Canyon. Das Gebastel ums Plachenzelt beschäftigt die Männer, wunderbar fabrizierte Verankerungen buhlen um die Wette. Hanspeter will bereits um 6 Uhr Nachtessen, Dominique ächzt sich in die Steine.

Bereits zum dritten Mal fällt der Masten um, doch Toni ersetzt ihn wagemutig. Hajot kämpft mit der Bedienung des GPS, und jetzt wird ge(fred)meyert. Die Zahl 61 wird erstaunlich oft gewürfelt, und Hajot sammelt grosse 10-er Steine. Daniela

 

4.8.
Ruhetag, d.h. paddelfreier Tag. Es kursieren allerhand Ideen, was man unternehmen könnte. Am Morgen weckt uns das Trommeln des Regens auf die Zelte und niemand hat Eile, aufzustehen. Der Wind dreht auf West und Westnordwest und treibt tiefe Wolken und reihenweise Regenschauer zwischen den Bergen hindurch in unser Tal. Nach ausgedehntem Pancake-Frühstück backen Dominique und Hajot wieder Brot. Die geplante Wanderung auf einen nahen Hügel wird vorerst verschoben. Während gut drei Stunden versuchen Matthias und Toni unser nächstes Menu mit Fisch zu bereichern - umsonst. Mehrmals werden wir von einer Cessna auf Schwimmern überflogen. Bringt oder holt sie Touristen irgendwo vom Fluss? Im Laufe des Tages treiben drei andere Partien an uns vorbei. Zum Nachtessen kreiert Hajot wieder seine ausgezeichneten Pizzas. Ein einstündiger, spätabendlicher Spaziergang beschliesst den Tag. In der Ferne heulen Wölfe. Toni

 

 
2.8.-4.8.
 

 

 

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