 |
27.7.
Am Morgen die grosse Überraschung: SCHNEE. Ich traute meinen Augen
fast nicht, aber es war so. Nachdem alle einen heissen Tee geschlürft
hatten, sagte uns Hajot, dass es bei solchem Wetter keinen Sinn
macht, weiterzupaddeln. Ja, und nun sitzen wir in unserem Camp
und frösteln vor uns hin. Die Stimmung, die anfäglich trotz aller
Unbill gut war, sank gegen Mittag Richtung Frostgrenze, als allen
klar wurde, dass es mit Schneien so schnell nicht aufhören würde.
Jetzt
kommt eine grössere Sequenz Schnee, Schnee, Schnee, Zelte freiwischen,
Schnee, Zelte freiwischen...Moment
mal: Die Pancakes und Chili-Bohnen, die uns Hajot zubereitete,
waren sehr gut und erwärmten uns zwischenzeitlich. Falls jemand
nicht weiss, wie eine Schneeflocke aussieht oder wie kalt sie
ist oder wie es ist, wenn man einen Tag im Schnee stecken bleibt,
darf er sich gerne bei uns melden. Es können sechs Personen Auskunft
geben. Matthias
28.7.:
Der PRACHTSTAG.
Am Morgen weckte uns die Sonne!!! In der Ferne (also eigentlich
gar nicht so weit entfernt) erblickte man die verschneiten Berge
vor strahlend blauem Himmel. Die Belohnung nach dem gestrigen
Schneetag hätte nicht besser sein können. Zwar war es immer noch
saukalt, aber mittlerweile gibt man sich mit wenig zufrieden.
Auch die kleine Eisschicht im Kanu dämpfte unsere Paddelfreude
nicht. Sogar der Wind auf dem Fluss war uns gut gesinnt, wir legten
ein gutes Stück zurück (trotz anfänglicher Navigationsprobleme
eines der Boote wegen einer Steuerfrau...). Seit langem zum ersten
Mal verzichteten wir beim Lunch auf die Suppe, schliesslich ist
die fürs schlechte Wetter reserviert. Wir genossen, zwar in Gore-Tex-Jacken
und Skiunterwäsche aber mit viel Sonne, einen trockenen Zmittag.
 |
Der
abendliche Lagerplatz ist herrlich, mit Blick auf den Sonnenuntergang
(wenn er denn irgendwann in den frühen Morgenstunden kommt und
wir noch nicht im Bett sind) und einem wunderbar lauschigen Zeltplatz.
Die vier Männer überraschen uns mit einer umwerfend-super-feinen
Pizza à la Noatak (gebacken in der Goldwaschpfanne) und Rotwein.
So hatten wir zwei Frauen Zeit, uns (noch) schön(er) zu machen,
sprich wieder einmal mehr als die Hände im eisigen Flusswasser
zu waschen. Sogar bei einigen Männern war später Haarewaschen
angesagt ( wobei einem die Stirn einfriert). Highlights des Tages:
Toni repariert den Masten des Plachenzeltes mit Ducktape, trotzdem
bricht der Masten. Danach müssen zwei Paddel mit Ducktape als
Masten herhalten. Und: Bei der Foodkontrolle merkt Hajot, dass
wir noch Tonnen von Schokolade essen können. Daniela
29.7.
Ein eher feuchter, windiger Morgen. Woher kommen nur plötzlich
all die Wolken? Daniela facht mit viel Geduld und ihrem Feuerzeug
ein Feuer an, auf dem anschliessend Hajot wunderbare Pancakes
in der Goldwaschpfanne zubereitet. Auf dem Fluss ist es beinahe
windstill und wir kommen flott voran. Andrerseits sind die Mücken
aufsässiger denn je. Lunchpause auf einer schönen Gravelbar. Es
ist richtig warm geworden. Schmetterlinge fliegen und Matthias
und Toni versuchen sich erfolglos im Fischen.Wieder
in den Kanus, sichten wir wenig später einen Grizzlybären. Wir
legen am gegenüberliegenden Ufer an und beobachten den Kerl, wie
er sich langsam den Hang hochbewegt auf seiner Futtersuche. Sind
es Beeren oder Erdhörnchen? Jedenfalls muss der Bär einen guten
Sommer gehabt haben, er ist gross und fett. Früher als erwartet
erreichen wir dann unser Etappenziel, die Mündung des Aniuk River.
In Hajots Karte steht hier «no fish». Und so sehr sich Matthias
und Toni auch bemühen, der Eintrag muss bestehen bleiben.
 |
Die Realisten der Gruppe haben inzwischen ein feines, fischloses
Nachtessen bereitet. Umsummt von Tausenden von Mücken (wirklich
spektakulär) werden dann die Landkarten zu einem Bild der ganzen
Reise ausgelegt und bestaunt. Wir beschliessen den Tag mit dem
obligaten Tee und Cookies. Toni
|