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24.7.
An diesem neuen Tag werden wir von nasskaltem Wetter empfangen.
Bei uns unten im Tal ist es 4 Grad und in den Bergen um uns herum
sind die Gipfel mit Neuschnee überzuckert. Auch auf dem Fluss
begleitet uns dieses Sch...wetter. Wir «geniessen» das Paddeln,
denn für das Herumstehen am Ufer ist es zu kalt. Im Laufe des
Nachmittags hellt sich der Himmel auf. Das Wetter wird besser
und deutlich wärmer.
Drei kleine Begebenheiten machten diesen Tag trotz allem lustig,
schön und eindrücklich:
1. Die Suppe Daniela hat das Kochen von Suppe wesentlich weiterentwickelt.
Sie wirft die Beutel ohne zu öffnen ins Wasser. E Guete!
2. Der Fuchs Wir haben unser Lager direkt in einem Revier eines
Fuchses aufgeschlagen. Kaum stehen wir richtig am Ufer, zeigt
er sich auch schon. Aber Achtung! Ohne Scheu nähert er sich auf
drei Meter unserer Gruppe. Alle Versuche, ihn in die Flucht zu
schlagen, fruchten nicht so recht. Hoffentlich lässt er unseren
Food stehen.
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3. Der Plastiksack Wind vertreibt nicht nur Mücken, sondern auch
Plastiksäcke. Tonis Fischsack macht sich selbstständig auf den
Weg Richtung Noatak. Zum Glück bleibt er an einem Busch hängen.
Dominique und Hanspeter kämpfen sich flussaufwärts, überqueren
den Fluss und verbessern mit einem riskanten Manöver unsere Ökobilanz.
HAJOT

25.7.
Der Morgen beginnt, wie der Abend aufgehört hat - einfach einige
Grade frischer. Nach dem leicht gummigen Porridge paddeln wir,
dick eingemümmelt, guten Mutes los. Gegen Mittag machen sich Toni
und Matthias auf die Jagd nach dem Abendessen, was zwei dicken
Dolly Varden zum Verhängnis wird. Der Fisch aber, der beim ersten
Auswerfen einer Angel in meinem Leben anbeisst, nutzt zum Glück
meine Verdutztheit und reisst sich los, bevor ich ihn ganz am
Ufer habe.

Die
Sweet-and-sour-Suppe zum Mittagessen wärmt selbst gefrorene Finger
und Innereien, auch wenn sich das Bouquet in Grenzen hält. Der
Nachmittags-Paddel verläuft ohne Zwischenfälle, einzig der Wind
bläst immer kühler. Glücklich über die wärmende Bewegung stehen
Fress-Schutz-Zelt und die Wohnsiedlung im Nu. Und schon brutzeln
die Fische, köstlich gewürzt von den Jägern. Wir schlagen uns
die Bäuche völlig voll damit, begleitet von Rüebli-Reis und Apfeltee.
Bei 2 Grad und leichtem Schneegeflocke suchen wir schliesslich
Schutz im Zelt. Dominique

26.7.
Nach tiefem Schlaf leuchtete uns am Morgen nicht etwa die Sonne
entgegen, sondern die frisch verschneiten Berge. Trotzdem schälten
wir uns um 8.30 Uhr aus dem Bett, schliesslich konnte das Wetter
ja nur noch besser und wärmer werden, hoffte wohl jeder. Ich hatte
ein Kribbeln im Magen, schliesslich sollte der Noatak uns heute,
so Hajot, sein wilderes Gesicht zeigen. Was ein Kentern für Folgen
mit sich brächte, wollte ich mir lieber nicht vorstellen.
Bevor
es dann richtig zur Sache ging, stärkten wir uns am Mittag nochmals
mit Suppe und Spezialitäten wie erdnussbutterbeschmierten Rüebli.
Nach dem Lunch grüsste uns noch ein Weisskopfseeadler. Er entleerte
seinen Magen mit einem weiten Sprutz durch die Landschaft. Für
das Bewundern der Umgebung blieb uns danach keine Zeit mehr, unsere
ganze Aufmerksamkeit galt nun dem Noatak. Zuerst paddelten wir
durch spritzende Wellen, die dem Vordermann/der Vorderfrau nochmals
in Erinnerung riefen, wie eisig kalt das Wasser ist. Danach sahen
wir plötzlich auf eine Steilstufe, die einem schäumenden Rachen
glich. Erstaunlicherweise flutschten wir aber ohne Probleme durch.
Wenig später zeigte uns der Fluss dann aber nochmals seine Tücken.
Statt zügig durch die Wellen zu gleiten, hockten wir plötzlich
auf einem sehr dicken Stein fest. Nur Abstossen und weiter, dachten
wir. Aber so einfach war das Problem nicht zu lösen. Die anderen
beiden Kanus waren längst ausser Sichtweite, als wir uns endlich
seitlich wegstossen konnten ohne dabei zu kentern. Der Rest war
dann nur noch ein Pappenstiel und Hajots «Gipfel»-Schokolade belebte
uns wieder.
Das Nachtlager errichteten wir später auf einem Riff mit Aussicht
auf eine Hügelkette, die frisch überzuckert war. Erschöpft von
der Kälte und den paddlerischen Strapazen verschlangen wir Polenta
mit Kabis-Rüebli-Gemüsesauce, gefolgt von den obligaten «Güetzi».
Hanspeter
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