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Nationalpark:
Gates of the Arctic

Übersichtskarte

 

     
Hard Mountain Lake
         

ARCTIC CIRCLE 10. Juni 2000
Tagebuch von
Verena Steiger und Silvia Armbruster

Hoi ihr lieben Haniballfans!

8. Juni
Eineinhalb Stunden dauert unser Flug von Fairbanks nach Deadhorse in Alaska. Mit einem 19 plätzigen, klapprigen Vogel, der nur mit vier Personen besetzt ist, überfliegen wir die atemberaubende Landschaft ans Arktische Meer.
Das Gefühl im Bauch, ans Ende der Welt zu fliegen, löst in uns Sentimentalität aus ....(typisch...oder?!)
Kaum im HOTEL ? starten wir zu unserer 2 Std. Oelpipeline Tour mit Privatchauffeur!
Nach dem Nachtessen (was ist Nacht ..24 Std. Sonne) spazieren wir durch die Tundra.
Das Konzert der 270 verschiedenartigen Vögel, das Erwachen des Sommers, diese Weite... das haut di eifach um!!
Mit unbeschreiblichen Eindrücken versuchen wir zu schlafen. P.S. Das Sandmännchen ist total aus dem Kurs, es wartet immer aufs Einnachten.

9. Juni
Morgens um 7 Uhr ist die Welt noch in Ordnung, also raus aus den Federn. Um 8 Uhr beginnt unser Trip nach Coldfoot. Ein Girl in Sändis Alter meldet sich, ..unsere Fahrerin. Ein 10er Bus fuer uns alleine.
Die unglaubliche Landschaftsveränderung tröstet uns über den Fahrstil unseres Girls hinweg. Aus sieben Stunden werden neun.
Langsam aber sicher und immer heftiger knurrt mein Magen. Ich denke an ein Poulet im Chörbli. Im Moment müsste auch das Chörbli dranglauben. Nach dem Beziehen unseres schnügigen Zimmers und einem feinen Znacht will ich unbedingt noch unseren Startplatz fuer die morgige Kanutour aufsuchen. Eine halbe Stunde dauert der Marsch. Silveli schreit mich pausenlos an (das vertreibt die Bären). Ich glaub, es ist ihr gar nicht geheuer. Ihre Farbe im Gesicht ändert sich, als wir mit raschen Schritten den Heimweg antreten. Also, bis Morgen. Der reissende Fluss wartet!!??

10. Juni
Auf dem Weg zum Frühstück ... oh Schreck, wo ist unser Photoapparat?! Mit flauem Gefühl im Magen stellen wir das Zimmer auf den Kopf. Fazit: wir haben ihn liegen gelassen und jemand hat Gefallen an ihm gefunden.
Der Kanutrip wird abgesagt, unser Fluss ist durch die rasche Schneeschmelze massiv angestiegen, zudem ist ein Buschfeuer ausgebrochen. Wir werden mit einem 4 plätzigen „Jet“ nach Bettles geflogen und von dort aus geht’s mit einem Wasserflugzeug an einen abgelegenen See. Mit Zelt, Angelrute und Kanu! Bei wunderschönem Wetter stellen wir die Zelte auf. Silveli ist wieder glücklich, denn Rolf hat ihr einen neuen „Photi“ besorgt. Wenn einer eine Reise tut ....
Abendessen am Lagerfeuer mit uns noch 3 Chinesen (Boiing, jing, gaiiii!) Todmüde kriechen wir in unser Zelt, wir brauchen „keis Guet Nacht Gschichtli me!“

11. Juni
Ein bisschen gerädert kriechen wir um 8 Uhr aus den Schlafsäcken (alti Wiiber). Nach dem Frühstück ab in die Kanus. Das Mittagessen wollen wir unterwegs vertilgen, doch das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Auch am Abend STURM und heftige Gewitter.
Wir ziehen alles an (fast), das wir bei uns haben. Wir sehen aus wie „Michelinmännchen“. Petrus bitte stell den Hahn ab!

12. Juni
Wow, ... hört ihr meinen Urschrei? Unser Guide Lance führt uns, bei strahlendem Sonnenschein, mehrere Stunden durch die totale Wildnis! Er ist ein absoluter Naturbursche, der einfach alles weiss. Wir gehen wie auf Wolken, der Boden ist unbeschreiblich weich. Wir „trippen“ von einem Highlight zum andern. Frische Bärenspuren, was für ein Gefühl.
Der Gedanke, dass in den nächsten 50 km Luftlinie keine anderen Menschen sind, dieser Duft, Geräusche, Spuren, ..... unsere Herzen sind weit offen. Bei Aelplermacaroni und Wein verdauen wir die Wahnsinnserlebnisse. 23 Uhr, noch ein kleiner Kanutrip bei strahlendem Sonnenschein. Mir fehlen die Worte für all die Erlebnisse, für die traumhafte Wildnis, diese Weite und Unendlichkeit!

13. Juni
5:10 Uhr. Zip, zip, Riri Reissverschluss .. Silveli, ganz aufgeregt .... „e Moose mit Baby, komm, schau!“ Wie besoffen versuche ich aus dem Tiefschlaf mich aus dem Schlafsack zu befreien. Alles klemmt, ich bleib überhaupt an allem hängen, wo ist der Ausgang? Kurz bevor ich das Zelt abgebrochen habe, finde ich den Ausgang. Endlich im Freien ... ist die Moose verschwunden ... hi, hi ...!
Lance, unser SUPERTYP, hat wie immer Kaffee bereit. Dann heisst es, Zelt abbrechen und aufs Wasserflugzeug warten. Hoffentlich hat er uns vergessen! Sicher wollt ihr wissen, wie wars denn mit Duschen etc? Verraten wir erst zu Hause!
Habt ihr auch so viel Aegschen wie wir?

Alles Liebe und Herzliche Grüsse an euch alle.
Eure zwei verwilderten Girls

Silvia & Vreni

 

 

 

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